Akademisches Blasorchester München

Programm 2000

Dimitri Schostakowitsch, Columbus, Ouvertüre

Ottorino Respighi, Belkis, Regina di Saba, Ballett-Suite

I. Il Sogno di Salomone
II. Danza Guerresca
III. La Danza di Belkis all’ Aurora
IV. Danza Orgiastica

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Johan de Meij, Symphonie Nº 1 - Lord of the Rings

I. Gandalf - der Zauberer
II. Lothlorien - Der Elbenwald
III. Gollum - Smeagol
IV. Reise im Dunkel
a. Die Minen von Moria - b. Die Brücke von Khazad-Dûm
V. Hobbits

Leitung: Michael Kummer


Konzerte

24. März 2000, Aula des Gymnasiums Gilching
25. März 2000, Hotel Post, Bad Wiessee
26. März 2000, München, Kulturzentrum Gasteig, Carl-Orff-Saal

Beginn jeweils 20 Uhr


Kartenbestellung bei

Helge Dyk, Tel: (089) 66 11 44
oder Telefax: +49 89 66 47 81
oder via eMail
mk@mkummer.de


Ferne Welten - einige Gedanken zum Programm
des Akademischen Blasorchesters München 2000

In ferne Welten will das Programm des Akademinschen Blasorchesters München im Jahr 2000 entführen - längst Vergangenes, Mystisches, Zauberhaftes oder auch Kurioses.

Im Jahre 1928 schrieb Dimitri Schostakowitsch als Op. 23 zwei Orchesterstücke für die Oper ”Der arme Kolumbus“ des in Berlin wirkenden deutschen Komponisten Erwein Dressler - über die nähreren Umstände dieser merkwürdigen Zusammenarbeit und den Inhalt der Oper ist wenig bekannt. Das erste dieser Stücke “Ouvertüre“ betitelt steht am Anfang des Konzertabends und ist ein typisches Stück für den skurilen und ironischen Kompositionsstil, den Schostakowitsch in dieser Zeit kurz vor den stalinistischen Kultursäuberungen pflegte und steht in der unmittelbaren Nachbarschaft seiner eigenen Oper “Die Nase” nach Gogol.

Das zweite Werk des ersten Teiles entstand nur wenig später im Jahre 1932 im faschistischen Italien Mussolinis als Ballett für die berühmte Scala in Mailand und setzt sich mit der biblischen Vergangeneheit auseinander: es handelt von Belkis, der sagenumwobenen Königin von Saba. Der Komponist Ottorino Respighi selber nahm die hier ausgewählten vier Orchestersätze aus dem Ballett heraus und formte so die vorliegende Orchestersuite, die im Jahre 1998 durch den bekannten japanischen Arrangeur ... Für Blasorchester eingerichtet wurde. Die 23 minütige Orchester-Suite schafft in vier Abschnitten eine dichte orientalische Atmosphäre. Je ein träumerischer Satz wechselt sich mit einem furiosen ab. So sehen wir zunächst die Königin Belkis im Morgennebel und Dämmerung (Belkis all‘ aurora), vernehmen die schroffen und akzentuierten Klänge eines Kriegszuges (Danza guerresca), begleiten den Propheten Salomon bei seinem seherischen Traum (Il sogno di Salomone) um im abschließenden Satz (Danza orgiastica) an einer wilden Siegesfeier zu partizipieren. Respighis farbige Klangsprache auf dem Höhepunkt seines Schaffens vier Jahre vor seinem Tod ist ein wunderbares Beispiel für einen modernen, zeitgerechten aber dennoch ästhetisch höchst ansprechenden Kompositionstil. Leider hat das politische Umfeld der Entstehungszeit einen späteren Siegeszug des Werkes eher behindert.

Der gesamte zweite Teil des Konzertes ist einem einzigen Werk vorbehalten: Johan de Meijs “Erster Sinfonie“, die sich der musikalischen Illustration des weltberühmten Romanes “Lord of the Rings” (Der Herr der Ringe” des englischen Altphilologen und Autors J.R.R. Tolkien gewidmet hat. 1993 entstanden, trat denn de Meijs gut 40 minütiges Opus vom Beginn weg einen phantastischen Siegeszug durch die Welt der Blasorchester an und zählt heute zu einem der erfolgreichsten Werke für dieses Medium überhaupt. In fünf Sätzen beschreibt der Komponist zunächst den Zauberer Gandalf mit seinem Pferd Schattenfell (Gandalf). Der zweite Satz führt uns in die verzauberte und zeitlose Welt der Elfen (Lothlorien). Der Dritte (Gollum) beschreibt mit höchst wirksamen musikalischen Mitteln die gespaltene Natur des Ringgräubers Smeagol mit seinem polternden und zugleich glitschig unterwürfigen Wesen. Nach der tief im Innern eines gewaltigen Bergmassivs gelegenen Welt Kazad-Dum kommen wir im vierten Satz (Journey in the Dark) bevor der Letzte (Hobbits) und in die umbeschwerte Welt des kleinen fröhlichen und abrebitsamen Völkchens versetzt. Mit dem Abschied der Ringgefährten an den Grauen Anfurthen klingt das monumentale Werk sich im endlosen verlierend, leise aus.

Mk 11/99